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Volleyball Talk

DVV-Frauen „AUF DEM WEG NACH JAPAN“: „Albi“ und „Ale“ – Italienische Spielbeobachter fürs deutsche Team!

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Foto DVV: Alberto "Albi" Salomoni (links) und Alessandro "Ale" Beltrami an ihrem gewohnten Arbeitsplatz.

Sie gucken im wahrsten Sinne des Wortes den ganzen Tag in die Röhre (respektive Computer): Die beiden Spielbeobachter der DVV-Frauen, Alberto Salomoni und Alessandro Beltrami, sind dafür verantwortlich, dass Bundestrainer Giovanni Guidetti und seine Spielerinnen bestens vorbereitet in die Spiele der WM gehen. Beide waren beim ersten Spiel gegen die NEC-Mannschaft (25. Oktober) das erste Mal in der Trainingshalle und für längere Zeit außerhalb des Hotels, seitdem die Mannschaft in Tokio ist.

Alberto „Albi“ Salomoni kam 1998 „der Liebe wegen“ nach Deutschland. Nachdem er zunächst für ein Jahr einen Sprachkurs machte (und am Abend kellnerte), fand er 1999 einen Job bei einer deutschen Bank. „Zu dieser Zeit hatte ich schon mit dem Volleyball abgeschlossen“, meint der 40-Jährige zurückblickend. Doch dann entwickelte sich alles rasend schnell: Zunächst war er Trainer einer weiblichen D-Jugend sowie einer Landesliga-Mannschaft (Männer) in Mainz-Bretzenheim (1999/2000), 2000 wurde er Landestrainer von Rheinland-Pfalz. In dieser Funktion lernte er 2001 Junioren-Bundestrainer Michael Warm kennen, der ihn zwei Jahre später fragte, ob er sich vorstellen könne, als Scout für die Junioren-Auswahl zu fungieren. Salomoni nahm das Angebot an und fungierte bei der Junioren-WM 2003 als Scout. „Die Arbeit ist wohl ganz gut angekommen, denn im Dezember 2003 rief Hee Wan Lee an, und im Januar war ich gleich bei der Olympia-Qualifikation in Baku dabei“, erinnert sich der in Carpi/Modena geborene Salomoni. Neben seiner Tätigkeit als Chef-Scout der DVV-Frauen fungiert der Italiener seit 2004 auch als Trainer in der Bundesliga: Zunächst als Co-Trainer beim Volleyball-Internat Frankfurt, anschließend als verantwortlicher Trainer bei den Frauen-Bundesligisten USC Braunschweig (2005/06) und TSV Bayer 04 Leverkusen (seit dieser Saison). „Für mich verliefen die letzten vier Jahre wie im Traum, und ich habe Michael Warm, Stewart Bernard und Hee Wan Lee viel zu verdanken. Als Scout habe ich mit der Nationalmannschaft alles erreicht. Olympische Spiele und EM habe ich miterlebt, nun die WM“, meint „Albi“ zufrieden.

Alessandro „Ale“ Beltrami ist mit 25 Jahren der Jüngste im Betreuerstab und seit Beginn der Tätigkeit von Bundestrainer Giovanni Guidetti Scout im deutschen Team. Die gleiche Tätigkeit verrichtet der in Omegna aufgewachsene Beltrami seit drei Jahren beim italienischen Erstligisten Chieri – ebenfalls an der Seite von Guidetti. Bevor er auf Guidetti traf, war „Ale“ in Diensten der italienischen Erstligisten Novara und Forli unter Trainer Luciano Pedulla aktiv. Mit Pedulla als Cheftrainer steuerte Beltrami bei der Juniorinnen-EM 2004 wichtige Informationen zum Gewinn der Goldmedaille bei. „Ale“ hat Abitur und war bereits als 16-jähriger Co-Trainer in seinem Heimatverein. Nun ist er „Profi-Scouter“ und bessert sein Gehalt noch als Jugend-Trainer in Chieri auf. Die Tätigkeit für den DVV ist sein erstes Auslandsengagement „und gefällt mir sehr gut, da die deutschen Spielerinnen sehr wissbegierig sind und viel nachfragen. Das ist leichter und angenehmer als in Italien“, so Beltrami. Und wo er schon beim Vergleich deutsche Nationalmannschaft – Profi-Klub in Italien ist, schiebt er nach: „Es ist natürlich eine ganz andere Arbeit. Im Klub habe ich eine Woche Zeit, um das Team auf das nächste Spiel vorzubereiten, bei der Nationalmannschaft nur wenige Stunden.“ Auch für Beltrami ist das Turnier in Japan die erste WM.

Für die WM ist die Aufgabenverteilung klar: Salomoni bereitet die potenziellen Zwischenrundengegner der DVV-Auswahl vor und ist in Kobe (Vorrundengruppe C), Beltrami ist in Sapporo und für die deutschen Vorrundengegner verantwortlich. Beide haben bereits im Vorfeld diverse Partien der (potenziellen) Gegner ausgewertet, „und ich hoffe, dass meine Arbeit nicht umsonst ist und uns in der Zwischenrunde entscheidend weiterhilft“, so Salomoni. Sollte die deutsche Mannschaft die Zwischenrund in Osaka erreichen, rechnen Bundestrainer Giovanni Guidetti und die beiden Spielbeobachter mit den Teams aus Brasilien, den Niederlande, den USA und Puerto Rico als Gegner. „Wir haben gute Chancen, gegen die Dominikanische Republik, Mexiko und Aserbaidschan zu gewinnen. Gegen China und Russland sind wir Außenseiter, aber nicht chancenlos“, meint Beltrami zu den Vorrundengegnern. Und Salomoni ergänzt: „Wir sollten auf jeden Fall einen Sieg mit in die Zwischenrunde nehmen, wenn wir unser Ziel, die besten acht Teams, erreichen wollen.“ Die Ergebnisse der Vorrunde gegen die Gegner, die ebenfalls in die Zwischenrunde einziehen, werden mitgenommen.
Wenn die Partien laufen, wird im deutschen Team italienisch gesprochen: „Es erleichtert mir natürlich die Arbeit, dass Alberto auch Italiener ist“, sagt Beltrami. Und Salomoni ergänzt: „Zu den Spielerinnen spricht Giovanni natürlich englisch/deutsch, aber mit uns italienisch, weil alles sehr schnell gehen muss. Da werden die aktuellen Annahme- und Angriffswerte sowie die letzten fünf Ballwechsel ausgetauscht.“ Dass die Spielbeobachtung nicht nur zeitintensiv, sondern auch sinnvoll ist, glauben beide voller Überzeugung: „Auf diesem Niveau kann das Scouting ein bis drei Punkte ausmachen und Sätze entscheiden“, so Salomoni.



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