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DVV-Pokal (M): Generali Haching Pokalsieger 2010

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Foto Tom Schulte: Da ist der Pott! Haching Kapitän Marco Liefke reckt den DVV-Pokal in die Höhe.

Der alte Titelträger ist auch der neue: Generali Haching hat vor 10.200 Zuschauern im GERRY WEBER STADION in Halle/Westfalen abermals den DVV-Pokal gewonnen. Die Münchner behielten die Ruhe und setzten sich nach einem 0:2-Satzrückstand 3:2 (21-25, 23-25, 25-14, 25-14, 15-10) gegen evivo Düren durch. Es war der zweite Titel in der Vereinsgeschichte und nach zwei 2:3-Niederlagen in dieser Saison der erste Erfolg gegen Düren. Düren wartet damit weiterhin auf den ersten Titel in seiner Vereinshistorie. Patrick Steuerwald wurde zum MVP, zum wertvollsten Spieler, gewählt.

Doch dazu hatte es eines beeindruckenden Kraftaktes bedurft. Denn vor 10.200 Zuschauern sah zwei Sätze lang evivo Düren wie der sichere Sieger aus. In beiden Durchgängen bereiteten vor allem der überragende Christian Dünnes und Jan Umlauft den Hachingern immense Probleme, die die beiden Angreifer so gut wie nie in den Griff bekamen.

Ab Satz drei drehte sich allerdings das Blatt. Hachings Trainer Mihai Paduretu hatte zu Beginn des Pokalendspiels auf den Einsatz des lange Zeit verletzten Sebastian Schwarz verzichtet, der nach einer Leistenbruchoperation erst wenige Tage zuvor das Training wieder aufgenommen hatte. Mit Beginn des dritten Durchgangs stand er allerdings wieder in der Stammsechs und sollte großen Anteil an der Wende zum Guten bekommen. Satz drei und vier endeten jeweils mit 25:14 für die Münchner, die sich nun gut auf Dünnes und Umlauft eingestellt hatten. Düren wusste kein Gegenmittel und so ging es letztlich in den Tiebreak. „Das wir es überhaupt noch so weit geschafft haben”, sagte Hachings Mittelblocker Max Günthör, „hätte ich, ehrlich gesagt, nicht geglaubt.”

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Foto Tom Schulte: Lieferten sich fünf Sätze lang ein Duell auf Augenhöhe: Marco Liefke (links) und Christian Dünnes.

Der Entscheidungssatz blieb bis zum letzten Seitenwechsel und einer 8:7 Führung für Haching ausgeglichen. Dann aber mobilisierte der Titelverteidiger noch einmal seine letzten Kräfte und zog zum 15:10 davon.

Für Generali Haching war es der zweite Titelgewinn in seiner Vereinsgeschichte nach dem ersten Pokalsieg an gleicher Stätte vor einem Jahr gegen den Moerser SC mit 3:1. Düren muss dagegen weiter auf seinen ersten Titel überhaupt warten. Im GERRY WEBER STADION hat das Team von Trainer Sven Anton nun bereits das zweite Finale verloren.

Unmittelbar nach dem Männer-Finale fand die Siegerehrung statt. Zunächst wurden die most valuable player ausgezeichnet. Saskia Hippe (Dresdner SC) und Patrick Steuerwald (Generali Haching) bekamen von den Pokalbotschaftern Angelina Grün und Ralph Bergmann eine Trophäe. Dann waren die Teams an der Reihe, die u.a. von NRW-Innen- und Sportminister Dr. Ingo Wolf ausgezeichnet wurden, der erstmals die Pokalfinals besucht hatte: „Es waren fulminante Spiele, und es hat mir riesigen Spaß gemacht und ich glaube, allen Fans hier in der Halle auch.”

Michael Evers, Vorsitzender der Deutschen Volleyball-Liga, der den Pokal an den Frauensieger Dresdner SC überreichte, sagte: „Glückwunsch an die Teams und das phantastische Publikum. Es ist immer imposant, vor dieser Kulisse zu stehen, das Ereignis vergisst man nie. Bei den Bundesligisten ist die Vorfreude auf das GERRY WEBER STADION und das DVV-Pokalfinale immer deutlich zu spüren. Alle sind heiß darauf, hier zu spielen.”

DVV-Präsident Werner von Moltke sagte: „Als ich 1997 als Präsident des Deutschen Volleyball-Verbandes begann, haben wir vor 1.500 Zuschauern in kleinen Hallen gespielt. Seit der Premiere 2006 im GERRY WEBER STADION hat eine andere Zeitrechnung begonnen. Aber nicht nur dieser Wettbewerb, sondern auch die Bundesliga und die Nationalmannschaften haben sich toll entwickelt.”

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Foto Tom Schulte: Sebastian Schwarz (links neben Ferdinand Tille) spielte ganz stark und sorgte für die Wende.

Stimmen zum Spiel
Patrick Steuerwald (Zuspieler Generali Haching): „Am Anfang hat Düren sehr gut gespielt, wir haben viele einfache Fehler produziert und uns das Leben selber schwer gemacht. Vielleicht hat am Anfang auch der absolute Siegeswille gefehlt. Dann lief es genau umgekehrt: Wir haben mit dem Aufschlag Druck gemacht und Düren zu Fehlern gezwungen. Es geht immer über drei Sätze, und Düren war sich vielleicht schon zu sicher.”

Sven Anton (Trainer evivo Düren): „Sch… 2:0 geführt, 2:3 verloren. Wie heißt es so schön: Hinten kackt die Ente. Wir haben die ersten zwei Sätze in der Block- und Feldabwehr perfekt gespielt, dann aber peu á peu nachgelassen.”

Christian Dünnes (Angreifer evivo Düren): „Die Hachinger jetzt jubeln zu sehen, ist natürlich bitter. In ein paar Tagen wird sich das wohl setzen. Wir haben Berlin und Friedrichshafen ausgeschaltet und 2:0 im Finale gegen Haching geführt, wir waren so nah dran. Die Wende im Spiel hat sich meiner Meinung nach bereits beim 18:12 im zweiten Satz angedeutet: Sebastian Schwarz hat die Hachinger wieder ins Spiel gebracht, auch wenn sie den Satz noch verloren haben.”

Mihai Paduretu (Trainer Generali Haching): „Es wurde heute bestätigt, was alle vorher gesagt hatten: dass die Chancen 50:50 stehen. Düren hatte es genauso verdient zu gewinnen. Ich glaube, die Erfahrung unserer Spieler war entscheidend. Und wir haben auch für Roy Friedrich gespielt, dessen Vater in der vergangenen Woche völlig überraschend gestorben ist.”

Marco Liefke (Spielführer Generali Haching): „Das Finale ist im Aufschlag-Annahme Bereich gekippt. Und als es einmal lief, war der Glaube da. Es war sehr gut, dass Sebastian Schwarz und Armin Dewes nach ihren langen Verletzungspausen rechtzeitig wieder fit waren. Beide haben stark gespielt.”

Punktbeste Spieler
Düren: Christian Dünnes (35), Jan Umlauft (13)
Haching: Sebastian Schwarz (26), Denis Kaliberda (14), Max Günthör (13), Marco Liefke, Armin Dewes (je 11)

Startformationen
Haching: Patrick Steuerwald, Marco Liefke, Max Günthör, Armin Dewes, Denis Kaliberda, Eugen Bakumovski, Ferdinand Tille

Düren: Ilja Wiederschein, Christian Dünnes, Artur Augustyn, Renzo Verschuren, Jan Umlauft, Nicolai Kracht, Fabian Kohl

Spielfilm
1. Satz: 4-4, 5-7, 7-9, 10-13 (Auszeit Haching), 12-13 (Angriff Bakumovski), 12-15 (Liefke ins Netz), 15-15 (2x Liefke-Angriff), 18-17 (Ass Dewes, 1. Führung Haching, Auszeit Düren), 18-20 (2x Ass Kracht), 20-20, 20-22 (Auszeit Haching), 21-23, 21-24 (Dünnes-Angriff), 21-25

2. Satz: 2-4 (2x Ass Verschuren), 3-7, 4-9, 8-10, 13-18 (Dünnes!), 15-18 (Auszeit Düren), 17-19 (Ass Schwarz), 19-19 (Ass Schwarz), 21-23 (Block Verschuren), 22-24, 23-25 (Umlauft-Angriff)

3. Satz: 3-1, 3-4, 9-7 (Angriff Kaliberda), 12-8, 14-9 (Ass Steuerwald, Auszeit Düren), 16-12, 17-12 (Ass Günthör), 20-13 (Ass Liefke), 22-14, 24-14 (Ass Schwarz), 25-14

4. Satz: 3-1 (2x Block gegen Dünnes), 4-1 (Auszeit Düren), 8-3 (Umlauf aus), 11-4 (Ass Günthör), 12-4 (Block Haching, Auszeit Düren), 12-6 (Ass Dünnes), 14-7, 16-7, 18-9, 20-9, 23-13, 25-14

5. Satz: 2-2, 4-4, 6-4 (Aufschlag Dewes, Auszeit Düren), 7-5, 7-7 (2x Kaliberda aus), 9-7 (Block gegen Dünnes), 10-7 (Auszeit Düren), 12-8, 13-9, 14-10, 15-10

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