
Foto Tom Schulte: Foto Tom Schulte: Jubel, Trubel, Heiterkeit beim Dresdner SC nach dem ersten Triumph in Halle/Westfalen.
Der Dresdner SC hat den DVV-Pokal 2010 gewonnen. Die Dresdnerinnen siegten im GERRY WEBER STADION in Halle/Westfalen vor 10.200 Zuschauern 3:1 (29-27, 16-25, 25-22, 25-19) gegen den VfB Suhl. Es war im dritten Anlauf in Ostwestfalen der erste Erfolg für Dresden, die zum insgesamt dritten Mal die begehrte Trophäe gewannen. Dabei fiel bereits im ersten Satz eine Vorentscheidung, als Suhl es trotz einer 24:21-Führung und zwei weiterer Satzbälle nicht schaffte, mit 1:0-Sätzen in Führung zu gehen. Als Suhls etatmäßige Zuspielerin Lina Sundström Mitte des dritten Satzes nach einem Zusammenprall mit einer blutenden Platzwunde ausschied, ließ sich Dresden die Chance nicht mehr nehmen. Saskia Hippe (Dresdner SC) wurde zum MVP, zur wertvollsten Spielerin, gewählt.
Nachdem die Finals 2007 und 2009 aufgrund übergroßer Nervosität verloren gegangen waren, hoffte man beim Dresdner SC auf Besserung. Doch Auch gegen den VfB Suhl, Pokalsieger aus dem Jahr 2008, begann Dresden nervös. Gleich der erste Aufschlag von Zuspielerin Mareen Apitz landete im Aus. Danach lag Dresden permanent zurück, weil Suhl in allen Elementen besser war und mit der Hilfe von rund 1500 Fans, die in 25 Bussen angereist waren, auch eine tolle Unterstützung hatte.
Bei einer Führung von 24:21 sah es auch so aus, als würden die Thüringerinnen den ersten Durchgang leicht gewinnen können. Doch Dresden zeigte Moral und Kampfgeist und wehrte insgesamt fünf Matchbälle ab. Spielführerin Spielführerin Stefanie Karg sorgte mit einem Aufschlag-As für den ersten Satzball des DSC. Bei 28:27 wurde der zweite Satzball durch einen Blockpunkt zum 29:27 verwandelt.
Dresdens Spielerinnen war damit jedoch die Nervosität immer noch nicht genommen. Suhl zeigte sich von dem ersten Satzverlust unbeeindruckt und holte sich Satz zwei durch ein 25:16. Zu diesem Zeitpunkt vermeldeten die Statistiker am Spielfeldrand: zehn Fehlaufschläge Dresden, einer für Suhl.

Foto Tom Schulte: Dresdens Saskia Hippe machte den Unterschied und steuerte 28 Punkte zum Sieg bei.
Erst ab Satz drei übernahm das Waibl-Team endgültig die Kontrolle über das Spiel und den Gegner. Suhl hatte zudem beim Stand von 12:17 den Ausfall der etatmäßigen Zuspielerin Lina Sundström zu beklagen. Die Schwedin war bei einer Abwehraktion mit Grit Lehmann zusammengeprallt und musste mit einer Platzwunde an der rechten Augenbraue ausgewechselt werden. Für sie rückte Manja Simmank auf die zentrale Position, die aber auch nicht für eine Wende sorgen konnte.
Nach 25:22 und 25:19 für den Dresdner SC war das Finale entschieden. Den Matchball verwandelte Außenangreiferin Saskia Hippe, die mit 28 Punkten auch die erfolgreichste Punktesammlerin des Finals war. Für Suhl brachte es Grit Lehmann auf 17 Punkte.
Während sich Dresdens Spielerinnen, Trainer und Betreuer auf dem Feld auf einen Haufen warfen, um ihren Sieg zu feiern, stimmten die rund 1200 DSC-Fans Freudengesänge an: „Oh, wie ist das schön. So was hat man lange nicht gesehen…” Was auch ins Bild passte: Den letzten Meisterschaftstitel hatten sie 2007 gefeiert, ein Erfolg im Pokalwettbewerb liegt jedoch schon länger zurück: 2002 hatten sie ihn zuletzt gewonnen. Insgesamt ist es der dritte Pokaltriumph: 1999, 2002 und nun 2010. In vierzehn Tagen steht das nächste Highlight für Dresden an. Dann wird in der sächsischen Landeshauptstadt das Final Four im Challenge Cup ausgerichtet, wo der DSC als Gastgeber im Halbfinale auf Impel Gwardia Wroclaw aus Polen trifft.

Foto Tom Schulte: Die Annahme bei Suhl, hier Birgit Thumm, stand mächtig unter Druck und hatte nicht die Präzision wie gewünscht.
Stimmen zum Carolinen Volleyball DVV-Pokalfinale 2010
Jean-Pierre Staelens (Trainer VfB Suhl): „Wir haben gut gespielt, aber nicht optimal. Dafür war unsere Annahme nicht gut genug, wir konnten unsere Mitte, unsere stärkste Waffe, nicht so häufig einsetzen wie gewohnt. Nach dem Ausfall unserer ersten Zuspielerin war es natürlich schwierig, auch weil unsere zweite Zuspielerin noch nicht wieder voll fit ist.”
Stefanie Karg (Spielführerin Dresdner SC): „Geil, einfach toll. Ich wollte unbedingt diesen Pokalsieg feiern. Wir wussten, dass wir es schaffen können und haben das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten. Dabei war der Gewinn des ersten Satzes sicherlich ein Knackpunkt im Spiel.”
Saskia Hippe (Angreiferin Dresdner SC): „Im Gegensatz zum Vorjahr hatte ich immer ein gutes Gefühl. Auch als der zweite Satz verloren ging, wurden wir nicht nervös. Es ist toll, Volleyball-Deutschland gezeigt zu haben, dass wir auch in anderen Hallen gewinnen können. Es ist der erste nationale Titel für mich – das ist natürlich das Schönste.”
Alexander Waibl (Trainer Dresdner SC): „Der dritte Satz war entscheidend, dort war das Niveau am höchsten. Suhl hatte natürlich Pech, dass die Zuspielerin verletzt ausgeschieden ist, dennoch glaube ich, dass wir auch so gewonnen hätten. Wir hatten den größeren Willen, nachdem es zweimal vorher hier so schlecht war. Deswegen ist es umso schöner, dass meine Spielerinnen heute den Bock umgestoßen haben.”
Maja Adam Ilic (Spielführerin VfB Suhl): „Dresden hat konstanter gespielt als wir. Dass wir den ersten Satz noch abgegeben haben, war unsere Schuld. Die Verletzung unserer Zuspielerin hat uns letztlich den Sieg gekostet, aber auch unsere vielen Fehler.”
Punktbeste Spielerinnen
Dresden: Saskia Hippe (28), Stefanie Karg, Tesha Harry (je 12)
Suhl: Grit Lehmann (17), Birgit Thumm (13), Natasa Rapajic (10)
Startformationen
Suhl: Lina Sundström, Paulina Gomulka, Birgit Thumm, Grit Lehmann, Natasa Rapic, Maja Adam Ilic, Hiroe Koganezawa
Dresden: Mareen Apitz, Saskia Hippe, Tesha Harry, Stefanie Karg, Grit Müller, Nicole Schröber, Kerstin Tzscherlich
Spielfilm
1. Satz: 5-1 (Auszeit Dresden), 7-2, 9-5, 10-8, (2x Hippe), 12-8 (Block Suhl), 13-12 (Auszeit Suhl, Verletzung Rapajic), 14-14, 16-14, 16-16 (Lob Hippe), 20-18 (Block Suhl, Auszeit Dresden), 20-20 (2x Hippe, Auszeit Suhl), 22-20, 24-21 (Ass Thumm), 24-23, 24-24 (Hippe Rückraum), 25-25, 26-26, 26-27 (Ass Karg, 1. Führung Dresden), 27-28, 27-29 (Block Hippe)
2. Satz: 1-3, 1-4 (Auszeit Suhl), 4-4, 7-6 (Ass Thumm), 10-7 (Auszeit Dresden), 12-7, 15-10, 18-13 (Auszeit Dresden), 21-15, 24-15 (Block Suhl), 25-16
3. Satz: 0-3, 3-3, 6-6, 6-8, 10-12, 11-15 (Block Kestner, Auszeit Suhl), 12-17 (Zusammenprall Lehmann/Sundström, Sundström mit Platzwunde raus), 12-19, 15-20, 17-21, Block Rapajic, Auszeit Dresden), 19-21 (Auszeit Dresden), 20-23, 21-24, 22-25 (Kestner-Einbeiner)
4. Satz: 2-2, 4-2 (Auszeit Dresden), 4-5 (2x Ass Harry), 8-10 (Auszeit Suhl), 8-12 (Auszeit Suhl), 9-14 (Ass Apitz), 12-16, 13-18, 13-19 (Ass Hippe), 15-21 (Auszeit Dresden), 18-22, 19-24, 19-25