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Beach-EM 2006: Die Krönung einer erfolgreichen Saison!

Den Haag - Julius Brink hatte nach dem 2:0-Sieg (22:20, 21:17) im Halbfinale der Europameisterschaft gegen die Schweizer Patrick Heuscher und Stefan Kobel ein wichtiges Telefonat zu führen. Noch aus der Spielerbox heraus rief er seinen Bruder Benjamin zuhause in Leverkusen an und sagte ihm: “Junge, du hast jetzt ein neues Auto." Brink hatte nämlich so eben mit Christoph Dieckmann nicht nur den Einzug in das Endspiel des NESTEA European Championship Final geschafft, sondern sich und seinen Partner uneinholbar auf Position eins als smart european ranking leader gehievt, der mit dem Gewinn jeweils eines smart forfour für beide Spieler verbunden ist. Und den wird Julius Brink seinem Bruder schenken.

Der Gewinn der Extraprämie war das erste Etappenziel am Strand von Scheveningen. Das zweite Vorhaben war der Gewinn des Europameistertitels. Brink/Dieckmann siegten im Finale gegen die Niederländer Jochem de Gruijter und Gijs Ronnes mit einem 2:0-Sieg (21:13, 21:13) und erhielten dafür 800 Ranglistenpunkte sowie 20.000 Euro Preisgeld. Es ist die Krönung einer überaus erfolgreichen Saison der beiden Kieler. Sie spielen erst seit Saisonbeginn zusammen, haben bei der World Tour nie schlechter als Platz fünf abgeschnitten, haben bei der NESTEA European Championship Tour das German Masters (Hamburg) und das Swiss Masters (Luzern) gewonnen und sind nun die Nummer eins in Europa. “Vor der EM konnten wir mit dem Saisonverlauf schon zufrieden sein", sagte Christoph Dieckmann, “aber wenn wir hier in Scheveningen nichts erreicht hätten, wäre das alles nichts Wert gewesen." Nun haben sie ihren ersten internationalen Titel gewonnen. “Wir haben unsere athletische Überlegenheit gut ausspielen können und waren in allen Elementen sehr stabil."

Für Jochem de Gruijter und Gijs Ronnes war die Endspielteilnahme vor heimischer Kulisse trotz der Niederlage ein schönes Erlebnis. Unter den Zuschauern saßen viele prominente Sportgrößen. Doch selbst deren lautstarke Anfeuerung reichte nicht, um de Gruijter/Ronnes zum Sieg zu peitschen. Vor Wochenfrist hatten die Beiden noch an gleicher Stelle den nationalen Meistertitel gewonnen. “Aber das war hier heute ein anderes Erlebnis", sagte Gijs Ronnes. Brink/Dieckmann hätten viel Druck mit exzellenten Aufschlägen auf sie ausgeübt und “dem waren wir nicht gewachsen." Über den Gewinn der Silbermedaille konnte er sich aber nach dem Endspiel noch nicht freuen. “Das wird mir wohl erst morgen gelingen", so Ronnes, “denn heute bin ich erst mal traurig, dass wir vor dieser Kulisse verloren haben." Auch die neuen Europameister genossen die tolle Stimmung. Christoph Dieckmann sagte: “Ich freue mich, wenn die Fans mitgehen, auch wenn sie naturgemäß heute nicht auf unserer Seite waren."

Mit vielen Emotionen war das Spiel um die Bronzemedaille begleitet. Die Schweizer Patrick Heuscher und Stefan Kobel konnten sich gegen Nik Berger/Peter Gartmayer (Österreich) mit 2:0 (21:15, 21:11) durchsetzen und damit ein schönes Ende ihrer gemeinsamen Karriere feiern. Stefan Kobel hat sich mit EM-Bronze von der internationalen Bühne verabschiedet und verließ mit Tränen im Gesicht den Centre Court. “Es war ein sehr gutes Turnier. Wir waren immer locker, weil ich auch wusste, dass ich nichts mehr zu verspielen habe." An den Abschied aus der internationalen Beach Volleyball-Szene mochte er aber noch nicht denken wollen: “Das wird mir sicher erst im Winter klar werden, was das bedeutet."

Im Turnier der Frauen standen nach der vierten Winnerrunde zwei Teams als Halbfinalteilnehmer fest, die nur wenige auf der Rechnung hatten. Die Russinnen Alexandra Shiryaeva/Natalia Uryadova hatten per Wild Card einen Platz bei der EM erhalten und sorgten dafür, dass die Titelverteidigerinnen Arvanity/Karadassiou (Griechenland) in die Verliererrunde mussten und nach einem 1:2 gegen Pohl/Rau die EM als Siebte beendeten. Im Halbfinale treffen Shiryaeva/Uryadova auf die Norwegerinnen Nila Hakedal und Ingrid Toerlen.
Nicht weniger überraschend ist die Halbfinalteilnahme der Deutschen Sara Goller und Laura Ludwig. Vor zwei Wochen feierten sie den Gewinn der U-23-Europameisterschaft. Nun machten sie ihrem Trainer Olaf Kortmann an seinem 51. Geburtstag das Geschenk, bei der EM in die Runde der besten Vier einzuziehen. Gegner dort sind die Holländerinnen Rebekka Kadijk und Merel Mooren.

Eine wichtige Entscheidung ist jedoch bereits gefallen. Okka Rau und Stephanie Pohl ist Platz eins im smart european ranking nicht mehr zu nehmen. Die Hamburgerinnen dürfen sich damit wie die neuen Europameister Brink/Dieckmann über den Gewinn zweier smart forfour freuen.

Die Halbfinalbegegnungen der Frauen am Sonntag, 27. August:

11 Uhr: Sara Goller/Laura Ludwig (GER) ­- Rebekka Kadijk/Merel Mooren (NED)

12 Uhr: Alexandra Shiryaeva/Natalia Uryadova (RUS) -­ Nila Hakedal/Ingrid Toerlen (NOR)

14 Uhr Spiel um Platz drei
15 Uhr Finale

(Quelle: GSM)


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