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Volleyball Talk

Interview mit Nationalspieler Julius Brink!

Julius Brink und Christoph Dieckmann bilden seit dieser Saison ein gemeinsames Duo. Mit ihren vorigen Partnern Kjell Schneider (Brink) und Andreas Scheuerpflug (Dieckmann) zählten sie bereits zur absoluten Weltspitze, WM-Bronze (Brink/Schneider), drei Siege auf der World Tour (einer Brink/Schneider, zwei Dieckmann/Scheuerpflug) und Platz fünf bei den Olympischen Spielen (Dieckmann/Scheuerpflug) dokumentieren dies eindrucksvoll. Die Frage, ob sich die beiden exzellenten Einzelspieler ohne weiteres auch als Team ergänzen oder doch einen gewissen Anlauf benötigen, stellte sich zu Saison-Beginn. Aber nur kurz: Nach fünf internationalen Turnierstarts auf der europäischen Tour und der World Tour mit fünf Platzierungen auf dem "Treppchen" steht fest: Brink/Dieckmann sind absolute Weltklasse. Vor dem Abflug zum nächsten Grand Slam nach Stavanger/Norwegen äußerte sich Julius Brink im Interview.

Foto FIVB: Ein gewohntes Bild 2006: Julius Brink jubelt.

Julius, ist es anstrengender auf das Treppchen zu steigen oder der Weg dahin?
Brink (lachend): "Natürlich der Weg dahin."

Eure Konstanz in diesem frühen Stadium der Saison ist sensationell. Überrascht euch das?
Brink: "Ja, auf jeden Fall. Das war nicht zu erwarten. Ich hatte in der Vorbereitung zwar ein gutes Gefühl, weil wir eine gute und harte Vorbereitung absolviert haben und beispielsweise gute Rückmeldungen aus den Trainingsspielen bekamen. Aber damit kann man natürlich nicht rechnen."

Gab es einen "Aha-Effekt" oder verlief die Liaison bislang völlig normal?
Brink: "Nein, eigentlich nicht. Wir haben uns mit den Norwegern und Esten vorbereitet. Sicherlich war der Sieg in Shanghai gegen Emanuel/Ricardo sehr schön, da es der erste Sieg von mir über den Olympiasieger war. Christoph hatte das ja schon vorher geschafft. Das gibt einem natürlich die Bestätigung, dass wir jeden schlagen können. Aber natürlich ist es kein Selbstläufer."

Welchen Anteil hat euer Betreuerstab (Trainer sind Bernd Schlesinger und Andreas Künkler, Andi Scheuerpflug ist Manager)?
Brink: "Beide Trainer ergänzen sich sehr gut, es gibt keine Hierarchien. Die Aufgabenbereich sind klar abgegrenzt, Bernd macht die direkte Vorbereitung und Periodisierung, Andi bearbeitet vor allem den taktisch-analytischen Bereich und pflegt die von ihm angefertigte Video-Datenbank. Die Turnierbetreuungen teilen sie sich. Und Andi Scheuerpflug hält uns den Rücken mit dem ganzen Drumherum frei."

Ihr habt bewusst eine Pause eingelegt und das Turnier in Zagreb ausgelassen. Warum?
Brink: "Der Grund ist der, dass mit Gstaad und Stavanger zwei Höhepunkte kommen, bei denen wir unsere gute Top-Leistung abrufen wollen. Die Periodisierung ist darauf ausgerichtet. Es ist auch nicht sinnvoll, die komplette Tour zu spielen, auch wenn das am Ende vielleicht den einen oder anderen Platz in der Weltrangliste kostet."

Wie sieht die weitere Saisonplanung aus, was sind die Höhepunkte?
Brink: "Höhepunkte sind die Europa- und die Deutschen Meisterschaften sowie die Grand Slams."

Ihr seid die aktuelle Nummer drei in der Welt und habt euch zwischen die Brasilianer gequetscht. Wie fühlt man sich als "weißer Brasilianer"?
Brink: "Gut, wenn ich auch noch so eine Ballkontrolle hätte, ginge es mir noch besser. Aber man muss auch die Kirche im Dorf lassen."

Wie sehen die anderen Teams eure Erfolge?
Brink: "Man bekommt schon Anerkennung von den Teams, auch Emanuel/Ricardo bereiten sich gegen uns intensiver vor, als in Erstrundenspielen. Und Ricardo steht bei unseren Aufschlägen auch nicht mit durch gedrückten Beinen in der Annahme..."

Ist es noch etwas Besonderes, gegen die Olympiasieger Emanuel/Ricardo oder die Weltmeister Marcio Araujo/de Jesus Magalhaes zu gewinnen?
Brink: "Ja, natürlich. Das wäre vermessen, wenn das nicht mehr so wäre. Ich habe jetzt zwei Mal gegen Emanuel/Ricardo gewonnen und drei Mal verloren. Es ist schön, dass es mittlerweile so eng ist."

Welchen Weltranglistenplatz belegt ihr am Ende der Saison?
Brink: "Das ist schwierig zu sagen, und wir wollen uns auch keine Platzierung vornehmen. Wir lassen ja auch Turniere weg, die dann den ein oder anderen Platz kosten können."

Wer wird Fußball-Weltmeister?
Brink: "Mein Geheim-Tipp war Holland, jetzt traue ich den Deutschen viel zu. Die haben einen sehr guten Teamgeist, und ich bin sehr gespannt, wie es sich weiter entwickelt."

Mehr Infos zu Brink/Dieckmann



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