
Hamburg - Normalerweise heißt es, als guter Gastgeber solle man seinen Gästen stets den Vortritt lassen. Die deutschen Teams haben sich beim German Masters auf dem Rathausmarkt nicht an diese Maxime gehalten. Im Gegenteil: Sie nutzten ihr Heimspiel vor vollen Rängen zu einer Demonstration der Stärke. Erst gewannen bei den Frauen Okka Rau und Stephanie Pohl das Finale. Und bei den Männern stand schon vor dem Schlussakt fest, dass ein Duo der Gastgeber ganz oben auf dem Treppchen stehen würde. Denn mit Julius Brink und Christoph Dieckmann sowie David Klemperer und Kjell Schneider standen sich im Endspiel gleich zwei deutsche Duos gegenüber. Den Zuschauern war es recht, sie feuerten beide Teams nach Kräften an und sorgten dafür, dass die zweite Station der NESTEA European Championship Tour 2006 zu einem stimmungsvollen Highlight wurde.
Foto Hoch Zwei: Kjell Schneider im Angriff gegen Christoph Dieckmann.
Vor allem für Julius Brink und Kjell Schneider war das finale Aufeinandertreffen kein Spiel wie jedes andere. Der 23jährige Abwehrspezialist und der 29jährige Blockspieler hatten bis Ende der vergangenen Saison gemeinsam den Sand umgegraben und als Höhepunkt ihrer gemeinsamen Zeit bei der Weltmeisterschaft in Berlin die Bronzemedaille gewonnen. Nun versuchen sie mit neuen Partnern an alte Erfolge anzuknüpfen, was ihnen in Hamburg eindrucksvoll gelang. Wobei Brink und Dieckmann einen Tick erfolgreicher sind als ihre Rivalen. Bereits im Verlaufe des Turniers hatte die deutsche Nummer eins seinen Herausforderer mit einem Sieg in die Verliererrunde geschickt. Im Verlaufe wiederholten sie diesen Erfolg mit einem nie gefährdeten 2:0 (21:14, 21:9).
Das Finale war eine Demonstration der Stärke. “Bei uns ging einfach alles“, sagte Dieckmann nach einer einseitigen Partie: “Aufschlag, Block, Abwehr - viel besser können wir einfach nicht spielen.“ Tatsächlich war das Auftreten eindrucksvoll. Brink/Schneider gaben im Turnierverlauf nicht einen Satz ab. So spielen Champions. “Wir haben uns von Spiel zu Spiel gesteigert“, sagte Dieckmann. “Viel besser als im Finale können wir nicht spielen.“ Für den langen Blockspieler war es bereits der dritte Triumph auf der NESTEA European Championship Tour. Die ersten beiden Siege in Valencia 2004 und Luzern 2005 waren ihm mit seinem früheren Partner Andreas Scheuerpflug gelungen.
Während sich Brink/Dieckmann über einen Siegerscheck über 8.500 Euro freuen durften, konnten sich die unterlegenen Klemperer/Schneider mit 6.250 Euro trösten. Mit ihrem Sieg in Hamburg und Platz drei beim Turkish Masters in Alanya übernahmen Brink/Dieckmann nun auch die Position als “smart european ranking leader“. Wenn sie ihre Führung bis zum Saisonende nach dem NESTEA European Championship Final in Den Haag verteidigen, werden sie mit zwei smart forfour belohnt.
Im Spiel um Platz drei trafen die beiden Überraschungsteams des German Masters aufeinander. Reinder Nummerdor und Richard Schuil aus den Niederlanden hatten sich über die Qualifikation bis ins Halbfinale gekämpft. Die früheren Hallenasse steigerten sich von Spiel zu Spiel und deuteten an, dass sie für die etablierten Sandspezialisten zu einer echten Herausforderung werden dürften. Gleiches gilt für Mykola Babich und Oleg Nikolayev aus der Ukraine, die sich immer weiter Richtung europäischer Spitze orientieren. Die Aufsteiger aus dem Westen und dem Osten Europas lieferten sich einen offenen Schlagabtausch. Dabei hatten die Holländer das bessere Ende für sich und gewannen das kleine Finale mit 2:1 (16:21, 21:18, 15:12).
Die Stationen der NESTEA European Championship Tour 2006
17. bis 21. Mai 2006: Turkish Masters in Alanya
31 Mai bis 3. Juni 2006: German Masters in Hamburg
15. bis 18. Juni 2006: Russian Masters in Moskau
20. bis 23. Juli 2006: Spanish Masters in Valencia
5. bis 8. August 2006: Swiss Masters in Luzern
24. bis 27. August 2006: NESTEA European Championship Final
in Den Haag (Niederlande)
(Quelle: GSM)