Bundesliga(M): Friedrichshafen wehrt den Meister-Matchball ab - Historischer Zuschauerrekord in der Max-Schmeling-Halle

Mit Power ins vierte Finalspiel. Der VfB um Ventzislav Simeonov kann die drohende Niederlage abwenden und gewinnt in der Max-Schmeling Halle.

Die Meisterschale stand schon bereit, doch der VfB Friedrichshafen hat die Entscheidung vertagt: Im dritten Finalspiel der Play-offs um die Deutsche Meisterschaft der Volleyball-Bundesliga ist dem Herausforderer vom Bodensee im Duell mit Meister BR Volleys der erste Sieg gelungen. In einem dramatischen Finalspiel gewannen die „Häfler” in der Berliner Max-Schmeling-Halle mit 3:1 (25:22, 25:21, 23:25, 25:20). In der Finalserie nach dem Modus „best of five” hat der VfB damit den 1:2-Anschluss nach Spielen hergestellt. Die Berliner und alle Volleyballfans hierzulande durften sich dennoch freuen: über einen neuen Zuschauerrekord der Deutschen Volleyball-Liga (DVL). Mit 8553 Volleyball-Fans war die Max-Schmeling-Halle zum ersten Mal bei einem Spiel der BR Volleys ausverkauft.

Noch beim Einlaufen in die dröhnende Max-Schmeling-Halle deutete alles darauf hin, dass die Meisterschaft an diesem Donnerstagabend in Berlin entschieden wird. Während Friedrichshafens Akteure recht verhalten das Feld betraten, sprangen die Berliner wie aufgezogen in den mit 8553 vollbesetzten Volleyballtempel – Zuschauerrekord! So viele Menschen waren noch nie bei einem Bundesliga-Volleyballspiel in der Halle dabei gewesen. Bislang hatte die saisonübergreifende Bestmarke bei 8045 Fans gelegen.

Doch es schien, als hemmten die Massen und die Ausgangssituation die Hausherren. Von Beginn an zeigte Friedrichshafen, dass es nicht gewillt war, diese Finalserie mit 0:3 herzuschenken. Schnell führte der VfB durch eine Aufschlagserie von José Rivera mit 4:0 und spielte derart beflügelt, aggressiv und vor allem konstant weiter, während die Berliner Nerven zeigten. „Ich glaube nicht, dass der Druck durch die Zuschauer zu groß war”, sagte Volleys-Angreifer Robert Kromm. „Der Druck, den Friedrichshafen ausgeübt hat, war wesentlich größer.”

Immer wieder landeten die Angriffe der Berliner Scorer Paul Carroll und Robert Kromm im gegnerischen Block oder im Aus. Friedrichshafen schlug aggressiv auf und verhinderte so einen konstanten Spielaufbau des Meisters. Mit einem krachenden Ass beendete Valentin Bratoev den ersten Satz. Und auch in Durchgang zwei agierten die „Häfler” weiter so druckvoll und dynamisch. Wieder brachte eine Aufschlagserie von Rivera zur Mitte des Durchgangs einen Vorsprung, den Friedrichshafen bis zum Ende nicht mehr abgab. Die Körpersprache verriet genauso wie die Statistik: Die Volleys waren in allen Belangen unterlegen. Allein im Block erzielte Friedrichshafen insgesamt 22 Punkte – die Berliner lediglich elf. „Wir haben es nie geschafft, in diesen Flow zu kommen und auf der Welle zu reiten, was uns sonst zu Hause auszeichnet”, sagte Kromm nach der ersten Bundesliga-Heimniederlage dieser Saison.

Doch wie bereits in den vergangenen beiden Finalspielen wusste sich das Team um Kapitän Scott Touzinsky aus der misslichen Lage zu befreien. Durch eine Kampf- und Energieleistung bissen sich Carroll & Co. in die Begegnung, um schließlich kurzzeitig ihr gewohnt dominantes Spiel auszuüben. Als der Hallensprecher den neuen Zuschauerrekord durchgab, schien das Unterstützer und Spieler nochmals zu motivieren. Zwar wurde es zum Ende des Satzes noch einmal unnötig eng. Doch mit einem Fehlaufschlag von Ventzislav Simeonov war der Anschluss zum 1:2 nach Sätzen perfekt.

Doch anders als in den Partien zuvor ließ sich der einstige Serienmeister vom Bodensee nicht unterkriegen. Friedrichshafen erhöhte im vierten Satz wieder den Druck im Aufschlag, brachte damit die Berliner Annahme erneut unter Druck und entriss dem Gegner das wieder entdeckte Selbstvertrauen. Abgeklärt und nervenstark führten die Gäste Berlin phasenweise vor. Schnell führte das Team von Trainer Stelian Moculescu über 12:6 mit 17:9. „Wir sind heute ruhiger geworden”, beschrieb Moculescu die Weiterentwicklung seines Teams. „Wir haben über einen längeren Zeitraum eine gute Leistung geboten, Aufschlag-Block hat heute toll funktioniert.” MVP Ventzislav Simeonov war mit 21 Punkten der beste Scorer beim VfB, Max Günthör holte sich mit 15 Zählern - darunter zehn Blockpunkte - ein Extra-Lob seines Trainers ab.

Auch die Einwechslungen von Alexander Spirovski und Sebastian Kühner brachten den Berlinern nichts mehr. Zwar arbeitete sich Berlin noch einmal bis zum 19:23 heran. Doch das änderte nichts mehr am Spielausgang. So jubelten letztlich unter den 8553 Fans die 30 mitgereisten Anhänger aus Friedrichshafen. Am Sonntag haben die Volleys in Friedrichshafen den zweiten Meister-Matchball und der VfB die Chance zum Ausgleich (ab 17:50 Uhr komplett auf www.DVL-live.tv und www.rbb-online.de/sportplatz). Ein mögliches fünftes Finalspiel fände am 8. Mai in Berlin statt.

INFO: Der langjährige Bundesliga-Schiedsrichter Frank Garthoff wurde nach einer hervorragend geleiteten Finalpartie von DVV-Präsident Thomas Krohne und dem DVL-Vorsitzenden Michael Evers feierlich verabschiedet.

* 40 Spiele live und on demand auf DVL-live.tv *

Die Ergebnisse Play-off-Finale, 1. Liga Männer (Modus: „best of five”) Spiel 3:
02.05. | Berlin Recycling Volleys – VfB Friedrichshafen | 1:3 (22:25, 21:25, 25:23, 20:25)

Spiel 2:
28.04. | VfB Friedrichshafen – Berlin Recycling Volleys | 1:3 (25:17, 23:25, 21:25, 20:25)

Spiel 1:
21.04. | BR Volleys – VfB Friedrichshafen | 3:1 (27:25, 23:25, 26:24, 25:15)

Die kommenden Begegnungen Play-off-Finale, 1. Liga Männer (Modus: „best of five”)
Spiel 4:
05.05. | 18:00 | VfB Friedrichshafen – Berlin Recycling Volleys | ZF Arena (ab 17:50 komplett auf www.DVL-live.tv und www.rbb-online.de/sportplatz)

Mögliches Spiel 5:
08.05. | 19:30 | Berlin Recycling Volleys – VfB Friedrichshafen | Max-Schmeling-Halle (ab 19:20 komplett auf www.DVL-live.tv und www.rbb-online.de/sportplatz)

Der Link zu den Play-offs

(DVL)

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