Sportstätteninfrastruktur in Deutschland: Sanierungsstau wird auf 31 Milliarden geschätzt

Foto Teamsport Deutschland Foto Teamsport Deutschland Der Sanierungsbedarf von Sportstätten beträgt nach einer Kurzexpertise vom Juni 2018 des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, des Deutschen Städtetages und des Deutschen Olympischen Sportbundes rund 31. Milliarden Euro. Vom Sanierungsbedarf besonders betroffen sind Sporthallen.

Die Interessenvereinigung Teamsport Deutschland unterstützt die Forderung, dass Bund und Länder mehr Investitionsmittel für kommunale, aber auch vereinseigene Sportstätten zur Verfügung stellen müssen. Der Bund hat die Städtebauförderung für Sportstätten formal geöffnet, muss diese Ansätze nun jedoch konsequent weiterentwickeln und Kommunen und Länder in die Lage versetzen, marode Sportstätten zu sanieren und Neubaumaßnahmen zu ermöglichen.

Andreas Michelmann, Sprecher von Teamsport Deutschland und Präsident Deutscher Handballbund sagt: „Die Sportstätteninfrastruktur wurde in Deutschland über Jahrzehnte vernachlässigt. Gerade Teamsportarten sind jedoch von modernen und funktionsfähigen Sportstätten abhängig. Es herrscht Bedarf auf allen Ebenen – von Sportstätten für den Breitensport, über mittlere Hallengrößen bis hin zu Spitzensportanlagen. Denn auch bei Sportstätten gilt: ohne Breite keine Spitze. Deshalb ist es erforderlich, den Sportstättenbau wieder voranzutreiben, um den Vereinen und Sportarten die Durchführung eines geregelten Trainings- und Spielbetriebs zu ermöglichen. Dies wird nicht nur grundsätzlich die Sportartenentwicklung verbessern, sondern ist auch grundlegend, um unsere Talente in allen Sportarten bestmöglich auszubilden und an die Weltspitze heranzuführen. Dazu brauchen wir Top-Bedingungen für die Trainingsarbeit. Zudem verbessert eine flächendeckende und moderne Sportstätteninfrastruktur die Lebensqualität und Gesundheitsvorsorge der Bevölkerung und garantiert einen funktionierenden Schulsport.“

Die Mitgliedsverbände der Interessenvereinigung Teamsport Deutschland sind sich darüber hinaus einig, dass eine Schätzung des bundesweiten Sanierungsbedarfs nicht ausreicht, um dem Problem zukünftig besser begegnen zu können. Daher sind Bund und Länder aufgefordert, die Sportstättenstatistik der Länder wieder aufleben zu lassen und auch in diesem gesellschaftlich höchstrelevanten Feld für Transparenz zu sorgen. Die letzte Statistik ist rund 15 Jahre alt. Trotz eines hohen Anteils öffentlicher Sportstätten am gesamten Anlagebestand hatte die Sportministerkonferenz 2008 beschlossen, von einer erneuten Erhebung zur Fortschreibung der ländervergleichenden Sportstättenstatistik Abstand zu nehmen.

Franz Reindl, Präsident Deutscher Eishockey-Bund ergänzt: „Der Zustand von zum großen Teil stark veralteter Sport- und Trainingsstätten ist nicht tragbar. Gerade im Eishockey- und Eissport sowie Behindertensport ist dies ein existenzielles Problem. Die meisten Eisstadien in Deutschland wurden zwischen 1960 und 1980 gebaut und sind dementsprechend zwischen rund 40 bis 60 Jahre alt, ohne dass nennenswerte Sanierungen erfolgen konnten. Ähnlich oder genau so sieht es auch bei den anderen Mannschaftssportarten aus. Die Kommunen können diese Finanzierungslast nicht tragen, ebenso wenig wie die Sportvereine oder zum großen Teil auch die Länder. Es fehlt an allen Ecken und Enden – auch im Bereich des Hallenneubaus und der damit einhergehenden bundesweiten Abdeckung.“

Über Teamsport Deutschland:

Die Initiative Teamsport Deutschland, im März 2017 gegründet, ist die institutionalisierte Interessengemeinschaft der fünf größten deutschen Mannschaftssportverbände, die sich aktiv für die Verbesserung der sportlichen, politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Mannschaftssportarten einsetzt. Zu den Mitgliedern gehören der Deutsche Basketball Bund (DBB), Deutsche Eishockey-Bund (DEB), Deutsche Fußball-Bund (DFB), Deutsche Handballbund (DHB) und der Deutsche Volleyball-Verband (DVV).

Kontakt:

Thomas Willenbacher

Leiter Hauptstadtbüro

T    030 200757970
E    willenbacher@teamsport-deutschland.de

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