Krimi-Sieg gegen die Türkei

Foto CEV: Die Freude nach dem Sieg war groß. Foto CEV: Die Freude nach dem Sieg war groß. Die deutsche Mannschaft hat bei der U18-Europameisterschaft den dritten Sieg in Folge eingefahren und die Türkei in einem echten Krimi nach über zwei Stunden Spielzeit mit 3:2 (25-17, 25-22, 17-25, 19-25, 18-16) bezwungen. Damit fehlt der DVV-Auswahl nur noch ein Erfolg, um das EM-Halbfinale perfekt zu machen. Die Möglichkeit dazu gibt es am Mittwoch, wenn um 20.00 Uhr der Tabellenvorletzte aus Griechenland (Live auf Laola1.TV) wartet.

Aufschläge machen den Unterschied

“Dieses Match bestand aus zwei Teilen. Bis zum 2:0 haben wir sehr gut gespielt, dann aber nicht mehr so kraftvoll aufgeschlagen und die Türkei nicht stark genug unter Druck gesetzt. Dies haben sie sofort ausgenutzt und aus einer guten Annahme heraus ihr Angriffsspiel aufgezogen. Im fünften Satz haben wir wieder druckvoller aufgeschlagen und hatten am Ende auch ein bisschen das Glück auf unserer Seite“, analysierte Bundestrainer Matus Kalny.

Filip John glänzt als Top-Scorer

Wie schon in der letzten Partie gegen Weißrussland erwischte Filip John einen glänzenden Tag im Angriff und kam am Ende auf 29 Punkte (53%), mit denen er auch im Scorer-Ranking der EM die Führung übernahm. Aber auch Simon Pfretzschnner (18 Punkte, 47%) fand in der Partie gegen die Türkei wieder zu alter Stärke zurück, in der Deutschland vor allem in den ersten zwei Sätzen sehr gut aufschlug (insgesamt 7 Asse) und so einen Spielaufbau des Gegners, der in der Annahme gehörig wackelte (26%, 17%), zunichtemachte. Wenn überhaupt, fand das türkische Team nur im Block eine Lösung (17 Blocks), der einen 0:2-Satzrückstand aber nicht verhindern konnte.

Foto CEV: Vor allem in den ersten beiden Sätzen spielte Deutschland überlegen auf. Foto CEV: Vor allem in den ersten beiden Sätzen spielte Deutschland überlegen auf.

Türkei kommt zurück

Im Anschluss kippte das Match in eine völlig andere Richtung. Deutschland ließ im Service nach und servierte mit mehr Sicherheit, was die türkische Annahme immer besser ins Spiel brachte, das Offensivspiel über ihren Top-Scorer Kaan Gürbüz (22 Punkte) ankurbelte und folgerichtig für den Ausgleich sorgte.

Krimi im Tie-Break

Im Tie-Break sah es zunächst nach einem klaren Sieg für die deutschen Spieler aus, die schon mit 11-8 in Führung lagen. Doch vier türkische Punkte in Folge stellten das Ergebnis auf den Kopf und brachten die DVV-Auswahl an den Rand der ersten EM-Niederlage. Die Achterbahnfahrt endete mit dem dritten Matchball für Deutschland, als ein türkischer Angriff über den Block ins Aus flog und für großen Jubel auf deutscher Seite sorgte.

Noch ein Sieg bis zum Halbfinale

In der Tabelle steht Deutschland weiterhin auf Platz eins und hat mittlerweile einen Sieg sowie vier Punkte auf den dritten Platz Vorsprung, der nicht zur Halbfinal-Qualifikation berechtigt. Mit dem Polster im Rücken reicht ihnen am Mittwoch gegen Griechenland aber ein Sieg, um erstmals seit 2015 wieder in die Runde der besten vier Teams vorzudringen.

Tabelle

1. Deutschland 3:0 Siege 8 Punkte
2. Tschechien 2:1 Siege 6 Punkte
3. Bulgarien 2:1 Siege 4 Punkte
4. Türkei 1:2 Siege 4 Punkte
5. Griechenland 1:2 Siege 4 Punkte
6. Weißrussland 0:3 Siege 1 Punkte

12-er Kader:

Spieler Betreuer
Jan Breburda (VI Frankfurt/TuS Kriftel) Matus Kalny (Bundestrainer)
Moritz Eckardt (VCO Berlin) Olaf Minter (Co-Trainer)
Tobias Hosch (VYS Friedrichshafen/VfB Friedrichshafen) Bodo Wisst (Physiotherapeut)
Julian Hoyer (VCO Berlin/TV Baden) Dr. Christiane Riedel (Teamärztin)
Filip John (VCO Berlin/FC Schüttdorf 09) Julia Liebscher (Scout)
Maximilian Kersting (WWK VCO Kempfenhausen)
Jan Kolakowski (SV Schwaig)
Jason Lieb (VI Frankfurt/TV Mömlingen)
Erik Röhrs (VCO Berlin/Berliner TSC)
Simon Pfretzschner (ASV Dachau)
Ben Stoverink (VI Frankfurt/TuB Bocholt)
Simon Torwie (VI Frankfurt/TuS Kriftel)
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