Die deutschen Stars im Ausland

Foto legavolley.it: Christian Fromm (im Angriff) ist aktuell der einzige DVV-Nationalspieler mit Stammplatzgarantie in Italien. Foto legavolley.it: Christian Fromm (im Angriff) ist aktuell der einzige DVV-Nationalspieler mit Stammplatzgarantie in Italien. Wie schlagen sich die über 20 deutsche Spielerinnen und Spieler in der Saison 2016/17 in den ausländischen Top-Ligen? Wir geben in unregelmäßigen Abständen Auskunft über die DVV-Stars im Ausland.

"Wir bereiten uns jetzt intensiv vor und wollen natürlich die Meisterschaft gewinnen.“

Georg Grozer

Italien

Die drei deutschen Nationalspieler in der ersten italienischen Liga liegen mit ihren Klubs voll auf Playoff-Kurs, die persönliche Situation ist allerdings nur bei Christian Fromm zufriedenstellend. Der Außenangreifer ist absolute Stammkraft bei Monza, dem aktuellen Tabellen-7. Teamkollege Simon Hirsch muss aktuell vermehrt mit der Wechselzone vorlieb nehmen, da der Klub Mitte Januar den Brasilianer Vissotto verpflichtete. Und auch Denys Kaliberda muss beim souveränen Spitzenreiter Civitanova (9 Punkte Vorsprung) öfter von draußen zusehen, da sein Klub zahlreiche Ausländer im Team hat, aber maximal nur vier gleichzeitig spielen dürfen. „Ich bin in Topform, aber wegen der Ausländerregelung spiele ich kaum, alles suboptimal“, so Kaliberda.

Christian Fromm, Simon Hirsch (Volley Monza)
Denis Kaliberda (Cucine Lube Civitanova)

China

Georg Grozer greift mit Schanghai nach der Meisterschaft. Schanghai siegte im Halbfinale souverän dreimal 3:0 gegen Bayi, Grozer steuerte in den drei Partien insgesamt 36 Punkte bei. Im Finale kommt es ab dem 5. März (Best of Five) zum Duell mit Peking (u.a. mit Sandor (USA) und Camejo (CUB), gegen das Schanghai in der Normalrunde zweimal verlor. Grozer sagt: „Ich bin froh, im Finale zu stehen. Leider fängt die Serie erst in drei Wochen an, und ich weiß nicht, ob das gut ist. Die Halbfinalserie war souverän, auch wenn wir manchmal nur mittelmäßig gespielt haben. Wir bereiten uns jetzt intensiv vor und wollen natürlich die Meisterschaft gewinnen.“

Georg Grozer (Fudan University Shanghai)

Polen

In der polnischen Männerliga geht es heiß her: Sechs Teams kämpfen um die ersten vier Plätze, die in dieser Saison in den Playoffs den Meister ermitteln. Das Gute: Nach 21 von 30 Spieltagen sind mit Jochen Schöps (Rzeszow, Zweiter), Lukas Kampa und Salvador Hidalgo (Wegiel, Fünfter) sowie Marcus Böhme (Lubin, Sechster) alle DVV-Stars mittendrin im Rennen. Wegiel verlor zuletzt das Spitzenspiel gegen Tabellenführer Kedzierzyn-Kozle mit 2:3 (Hidalgo war mit 20 Punkten erfolgreichster Akteur), Schöps führte sein Team nach der Verletzung seines Diagonal-Kollegen Schmitt zum 3:1 in Lubin.
Die polnische Frauenliga spielt nach dem gleichen Modus, d.h. die ersten vier Teams spielen um den Titel. Mit dabei sind aller Voraussicht nach Heike Beier und Lodz, die als Dritte sechs Spieltage vor Normalrundenschluss sechs Punkte Vorsprung auf Platz fünf haben. Diesen Platz haben Kathleen Weiß und Dabrowa Gornicza inne, die lediglich zwei Zähler auf den Vierten Rzeszow aufholen müssen. Bielsko-Biala mit Zuspielerin Magdalena Gryka ist mit erst vier Siegen aus 19 Spielen Tabellenschlusslicht und muss um den Ligaerhalt bangen. Sollte sich der Klub nicht noch nach oben arbeiten, muss gegen den Ersten der 2. Liga um den Verbleib gespielt werden.

Jochen Schöps (Asseco Resovia Rzeszow)
Lukas Kampa, Salvador Hidalgo (Wegiel)
Marcus Böhme (Cuprum Lubin)
Magdalena Gryka (Bielsko-Biala)
Heike Beier (Budowlani Lodz)
Kathleen Weiß (MKS Dabrowa Gornicza)

Türkei/Griechenland

Saskia Hippe und Jana-Franziska Poll spielen mit ihren Vereinen weiterhin in einer eigenen Liga in Griechenland. Piräus und Hippe führen mit einer Saisonniederlage (die gab es am ersten Spieltag!) die Tabelle mit vier Zählern Vorsprung vor Poll und Athen (zwei Niederlagen) an. Fünf Punkte hinter Athen folgt erst der Tabellendritte. Im direkten Aufeinandertreffen hatte Piräus in fünf Sätzen gewonnen, am 19. Februar folgt das Rückspiel in Athen. Damit können beide Teams für die Playoffs der besten vier Teams vorzeitig planen. Diese beginnen am 1. April mit den Halbfinals (Best of Three), ehe sich die beiden Top-Teams voraussichtlich in der Finalserie (Best of Five) ab dem 12. April wiedersehen.
In Liga zwei der Türkei spielt Lisa Izquierdo mit ihrem Klub Anakent um den Aufstieg in die Eliteklasse. Anakent ist Tabellen-2. der zweigeteilten 2. Liga, jeweils die besten vier Teams der zwei Ligen ermitteln den Aufsteiger in die starke türkische 1. Liga.

Lisa Izquierdo (Samsun Anakent)
Saskia Hippe (Olympiakos Piräus)
Jana-Franziska Poll (Panathinaikos Athen)

Foto volley-beziers.net: Berit Kauffeldt (3.v.l.) und Teamkolleginnen feiern den Einzug in das Pokalfinale. Bald stößt auch Lena Möllers wieder zum Team.
Foto volley-beziers.net: Berit Kauffeldt (3.v.l.) und Teamkolleginnen feiern den Einzug in das Pokalfinale. Bald stößt auch Lena Möllers wieder zum Team.

Frankreich

Nach einem unglaublichen Saisonstart mit zehn Siegen aus elf Spielen führte Béziers Volley die französische Liga mit Lena Möllers und Berit Kauffeldt souverän an. Genau zu diesem Zeitpunkt verletzte sich Möllers am rechten Fuß, was eine Pause von fast sechs Wochen nach sich zog. Ohne Möllers als erste Zuspielerin gelang Béziers in den darauffolgenden fünf Partien nur noch zwei Siege, weshalb es in der Tabelle auf Platz drei nach unten ging. „Ich darf wieder voll trainieren. Wenn alles schmerzfrei bleibt, dann sollte ich ab Freitag wieder Einsatzzeiten bekommen“, sagte Möllers. Positiv: die Qualifikation für die Playoffs ist ihnen nicht mehr zu nehmen und im Pokal wurde das Finale (11. März) erreicht. Bei einem Sieg wäre es der erste Titelgewinn in der Geschichte des Vereins.
Das Team der Stunde bei den Männern ist Tours VB mit Philipp Collin. In den letzten Wochen feierten sie fünf Siege aus fünf Spielen und kletterten in der Tabelle auf Platz drei, was eine bessere Ausgangsposition für die Playoffs bedeutet. Sechs Spieltage vor Schluss sind die Playoffs gesichert, in der Tabelle haben sie nur einen Sieg auf den Tabellenführer Chaumont VB Rückstand. Im Soll liegt weiterhin Rennes Volley mit Björn Höhne in der zweiten Liga. Das Ziel vor der Saison wurde klar formuliert: der Aufstieg soll her. Nach 14 Spieltagen stehen sie mit elf Siegen und drei Niederlagen, bei einem Spiel weniger, auf dem zweiten Platz.

Philipp Collin (Tours VB)
Björn Höhne (Rennes)
Lena Möllers, Berit Kauffeldt (Béziers Volley)

Russland

Weiterhin voll auf Playoff-Kurs liegt der einzige deutsche Legionär, der in Russland sein Geld verdient. Sebastian Schwarz (Kuzbass Kemerovo) rangiert aktuell mit 13 Siegen und sechs Niederlagen auf dem fünften Platz der Tabelle. Einsamer Spitzenreiter ist Zenit Kazan, der auch nach 19 Spielen noch nicht besiegt wurde. Direkt für das Sechserturnier, in dem der Meister ermittelt wird, qualifizieren sich die ersten beiden Teams, die Plätze drei bis zehn ermitteln in einem „Best of Three“ die vier restlichen Teilnehmer. 

Sebastian Schwarz (Kuzbass Kemerovo)

Tschechische Republik

Nach Hin- und Rückrunde hat Agel Prostejov mit Laura Emonts und Mareike Hindriksen eine perfekte Saison gespielt. 16 Spiele, 16 Siege, 46 Punkte, bei nur zehn Satzverlusten belegen die klare Dominanz des tschechischen Vorzeigeklubs. Emonts avancierte sogar zur Top-Scorerin des Vereins und erzielte 191 Punkte (45%) in 15 Partien. Der Meister wird vom 18. Februar bis zum 25. März in einem Viererturnier (Sechs Spieltage) ermittelt, für das sich die Top-Vier der Liga qualifiziert haben. Neben Prostejov spielen noch VK UP Olomouc, TJ Ostrava und PVK Olymp Praha um den Titel.

Mareike Hindriksen, Laura Emonts (Agel Prostejov)

"Ich habe tolle Erfahrungen gesammelt und großartige Menschen getroffen!“

Dirk Westphal

Iran

Vorbei ist dagegen Dirk Westphals größtes Abenteuer der Karriere. Vor der Saison unterschrieb er als erster deutscher Spieler bei Shahrdari Tabriz im Iran und bloggte regelmäßig auf unserer Seite (HIER KLICKEN) über seine teils verrückten Erlebnisse. Nach der regulären Saison gelang als Tabellenachter gerade so die Qualifikation für die Playoffs, wo gleich der Erste, Sarmayeh Bank Tehran, wartete. Nach der knappen 2:3 (22-25, 26-24, 25-23, 16-25, 13-15)-Hinspielniederlage keimte Hoffnung auf, doch im Rückspiel wurden die Verhältnisse gerade gerückt. Tabriz verlor mit 0:3 (14-25, 18-25, 20-25) und verfehlte das Saisonziel, den Einzug in das Halbfinale, deutlich. „Wir konnten am Anfang der Saison leider unser Potenzial nicht ausschöpfen und müssen mit Platz acht leben. Abgesehen vom sportlichen war es aber ein sehr interessantes Jahr. Nicht immer einfach und nicht immer schön, aber sehr aufschlussreich. Ich habe tolle Erfahrungen gesammelt und großartige Menschen getroffen“, zog Westphal ein positives Fazit.

Dirk Westphal (Shahrdari Tabriz)

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