Nationalteam Laura Ludwig/Kira Walkenhorst

Foto FIVB: Das National-Duo Laura Ludwig und Kira Walkenhorst. Foto FIVB: Das National-Duo Laura Ludwig und Kira Walkenhorst. Auf ein Neues! hieß es für Laura Ludwig. Die damals 27-jährige Berlinerin tat sich 2013 nach dem Rücktritt ihrer Partnerin Sara Goller, mit der sie seit 2004 ein Duo bildete, großartige Erfolge feierte und zu einem der weltbesten Duos avancierte, mit der hoch talentierten Kira Walkenhorst zusammen.

Und wer Ludwig kennt, weiß, dass sie an sich den Anspruch hat, weiter ganz oben mitzumischen und nicht nur dabei zu sein. Unmittelbar nach den Olympischen Spielen 2012 sagte sie: „Ich war bei den Spielen von Julius und Jonas dabei und habe mir gedacht: Verdammt, in Rio will ich auch um die Medaillen mitspielen. Das muss doch möglich sein.“

Nach Auffassung der Experten waren die Voraussetzungen gegeben, dass auch das neue Duo äußerst erfolgreich auf den internationalen Sandplätzen wirbeln kann. Ludwigs Klasse ist nachgewiesen, viele halten sie für die weltbeste Abwehrspielerin, Walkenhorst ist „das größte Talent, das ich bislang in Deutschland gesehen habe“, so Nachwuchs-Bundestrainer Jörg Ahmann.

Die Schlitzohrigkeit, das taktische Verständnis und die technischen Raffinessen von Ludwig sowie die Athletik und Wucht der 25-jährigen Walkenhorst, die aus einer Volleyball-Familie kommt (Bruder Alexander ist ebenfalls international im Beach-Geschäft, Schwester Pia in der Halle aktiv), ließen hoffen, dass nach Goller/Ludwig mit Ludwig/Walkenhorst abermals eine „Marke“ entsteht, die vor allem für Erfolg steht.

Damit dies geschieht, wurde auch am Umfeld intensiv gearbeitet. Kein Geringerer als der „Gold-Schmied“ Jürgen Wagner konnte als Trainer gewonnen werden, Andreas Scheuerpflug, ebenfalls vom „Dreamteam“ Brink/Reckermann, kümmert sich um die Vermarktung. Alles war auf die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro ausgelegt, „sie haben ein unglaubliches Potential. Wir alle im Team sind supermotiviert“, sagte Wagner.

Und auch Walkenhorst ist jemand, der offensiv an die Aufgaben heran geht und die Ziele klar benennt: „Die Qualifikation für die Olympische Spiele 2016 ist das große Ziel, dort wollen wir dann unser bestmögliches Beach-Volleyball spielen. Zuvor wollen wir in den vier Jahren mindestens einmal Gold bei der DM und auf einem internationalen Turnier gewinnen und uns im Laufe der vier Jahre international unter den besten zehn Teams etablieren.“

Viele der avisierten Ziele realisierte das Duo bereits in der Premieren-Saison: WM-5., EM-Bronze, Platz zwei bei den Grand Slam in Moskau und Sao Paulo sowie der DM-Titel und Weltranglistenplatz vier waren die beachtlichen Highlights. Keine Frage: Das neue Team war bereits 2013 absolute Weltklasse und unterstrich dies früh in der Saison 2014 mit einem historischen Triumph! Ludwig/Walkenhorst siegten als erstes deutsches Frauen-Team bei einem Grand Slam. In Shanghai/CHN ließen sie die gesamte Welt-Elite hinter sich.

Danach begann aber die Zeit der Leiden, Walkenhorst erkrankte an Pfeifferschem Drüsenfieber und musste nach Genesung noch eine kleine Knie-Operation über sich ergehen lassen. Trotz aller Widrigkeiten startete das Duo 2015 durch, gewann u.a. einen Grand Slam, die EM und die DM und sicherte sich frühzeitig den Startplatz in Rio.

Und wie die Olympiasieger Brink/Reckermann gruben sie im Olympiajahr zunächst die Goldmedaille bei der EM in Biel aus dem Sand. Was folgte, war unglaublich: Turniersiege in Antalya, Hamburg, Olsztyn, Klagenfurt (allesamt World Tour) gelangen, dann der beängstigend souveräne Olympiasieg an der Copacabana, wo Ludwig/Walkenhorst mit der Konkurrenz Katz und Maus spielten und lediglich einen (bedeutungslosen) Satz in der Vorrunde abgaben. Doch damit nicht genug! Der DM-Titel in Timmendorfer Strand sowie der Sieg beim World Tour Final in Toronto machten das Jahr 2016 zu einem außergewöhnlich "goldenen" Jahr.

Ein Ziel stand für 2017 ganz oben auf der "To do"-Liste: eine WM-Medaille. Diese fehlte dem Dreamteam noch in der Sammlung, und dennoch war der unglaubliche Triumphzug von Wien sensationell, denn nach Schulteroperation (Ludwig) und latenten Schulterproblemen vor während der WM (Walkenhorst) war die Vorbereitung darauf alles andere als optimal. Die WM zeigte nochmals in aller Deutlichkeit: Das weltbeste Duo stellen Ludwig/Walkenhorst, die mit ihrer Spielintelligenz, ihren motorischen und mentalen Fähigkeiten allen Teams einen Schritt voraus sind.

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