Beachanlagen

Foto FIVB: Sand ist nicht gleich Sand! Foto FIVB: Sand ist nicht gleich Sand! Sand ist nicht gleich Sand, Beach-Anlage nicht gleich Beach-Anlage. Um dem Betreiber und Spielerinnen und Spielern die bestmöglichen Bedinungen zu bieten, hat der Materialprüfungsausschuss diverse Empfehlungen erarbeitet. Wenn diese befolgt werden, sollte ein jeder Spaß an einer der schönsten Sportarten der Welt haben.

Beachsand

Sand ist ein natürlich vorkommendes, unverfestigtes Sedimentgestein, das sich aus einzelnen Sandkörnern mit einer Korngröße von 0,063 bis 2 mm zusammensetzt. Damit ordnet sich der Sand zwischen dem Feinkies (Korngröße 2 bis 6,3 mm) und dem Schluff (Korngröße 0,002 bis 0,063 mm) ein. Die Anteile von Schluff sind im Sand beim Bau von Beachanlagen auf jeden Fall zu vermeiden, um unliebsame Nebeneffekte wie Staub oder das Zusammenbacken des Sandes bei Feuchtigkeit zu vermeiden.

Entstehung
Sand entsteht durch die physikalische und chemische Verwitterung anderer Gesteine. Ursprüngliches Ausgangsmaterial sind magmatische und metamorphe Gesteine (z. B. Granit), aus denen typischerweise die Kristalle der mineralischen Bestandteile herausgelöst werden. Durch die Schwerkraft, durch Wind und Wasser werden die Körner transportiert und dabei sowohl durchmischt als auch sortiert.
Durch mechanische Einflüsse beim Transport ändert sich die Form der Einzelkörner; generell werden Ecken und Kanten umso mehr gerundet und abgeschliffen, je länger der Transportweg ist. Dies ist allerdings kein linearer Prozess: Je runder und kleiner die Körner werden, umso widerstandsfähiger sind sie gegen weitere Veränderungen. Untersuchungen ergaben, dass häufig ein Transportweg von Tausenden von Kilometern nötig ist, um Sandkörner mittlerer Größe auch nur mäßig zu verrunden.

Beim Transport entlang von Flussläufen können diese Weglängen nur selten erreicht werden, und auch die stetigen Bewegungen in der Brandungszone eines Strandes reichen in den meisten Fällen nicht aus, um die Rundung von Sandkörnern zu erklären, besonders, wenn der Sand hauptsächlich aus widerstandsfähigem Quarz besteht. So genannte Flusssande sind für den Bau von Beachanlagen grundsätzlich nicht geeignet, da in diesen in der Regel mit einem hohen Anteil an Schwebstoffen und Schluff versehen sind, was zu unliebsamen Nebeneffekten führt.
Der weitaus größte Teil des auf der Erde vorkommenden Sandes stammt daher aus Sandsteinen und hat somit schon mehrere Erosionszyklen hinter sich: Sand wird abgelagert (sedimentiert), überdeckt durch andere Sedimente, verfestigt sich, und die Körner werden durch Bindemittel miteinander verkittet (Diagenese). Wenn die Gesteine nach einer tektonischen Hebung wieder der Erosion ausgesetzt sind, werden die Einzelkörner freipräpariert und beim folgenden Transport wieder ein wenig weiter abgerundet, und es schließt sich ein weiterer Zyklus an. Selbst wenn man eine Zyklusdauer von 200 Millionen Jahren annimmt, so kann ein heutiges, gut gerundetes Quarz-Sandkorn durchaus zehn Erosionszyklen und damit fast die halbe Erdgeschichte durchlaufen haben.

Als Sonderfall ist Sand zu sehen, der aus den Überresten abgestorbener Lebewesen gebildet wurde, z. B. Muscheln oder Korallen. In geologischen Zeiträumen betrachtet, ist dieser Sand sehr kurzlebig, da die Einzelkörner während der Diagenese normalerweise so stark verändert werden, dass sie nach einer erneuten Heraushebung und Erosion nicht mehr in ihrer ursprünglichen Form in Erscheinung treten können. Daher eignet sich dieser auch dieser Sand nicht für den Bau von Beachanlagen; insbesondere Korallensand kann aufgrund seiner sehr scharfen und harten kristallinen Struktur zu erheblichen Hautabschürfungen führen.

Im deutschen Sprachraum wird fälschlich für Siliciumdioxid die Bezeichnung Kieselsäure benutzt. Nicht korrekt ist auch die Gleichsetzung von Siliciumdioxid mit Sand. Der Großteil der Sandvorkommen besteht allerdings aus Siliciumdioxid (Quarz), und er ist nicht nur häufig, sondern auf Grund seiner Härte und seiner chemischen Widerständigkeit besonders verwitterungsbeständig. Siliciumdioxid ist der Hauptbestandteil des Sportbodens Sand. Die Anerkennung hierfür beginnt bei 94 % und endet bei fast 100 % Siliciumdioxid oder auch Quarz genannt. Quarz ist ein Mineral mit der chemischen Zusammensetzung SiO2 und trigonaler Symmetrie. Er ist die auf der Erdoberfläche nach den Feldspaten das zweithäufigste Mineral der Erdkruste. Mit einer Mohshärte von 7 gehört Quarz zu den harten Mineralen und dient als Bezugsgröße auf der bis 10 (Diamant) reichenden Skala nach Friedrich Mohs. Sande, mit einer nach Mohs vorhandenen Bezugsgröße von weniger als 7 haben im Sportboden Sand nichts zu suchen. Dies gilt insbesondere für Kalziumkarbonat (CaCO3). Diese dürfen im Sportboden Sand mit einem Anteil mehr als 3 % nicht vorhanden sein.

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